Wolfgang Posch

5 Gründe, warum du an deinem 30er Nachtrodeln gehen solltest

Der Rodelwahnsinn in Rohrmoos Ich lese das letzte Kapitel eines Romans von Hunter S. Thomson, während mich die Nachricht eines verschollen geglaubten Freundes erreicht. Er lädt zu seinem 30er ein. Der Schauplatz dieser Fete soll das steirische Rohrmoos sein und als Aktivität wählt das Geburtstagskind Nachtrodeln auf einer sieben Kilometer langen beleuchteten Strecke. Na dann, vamos a la pista!

1. Jamaica hat ‘ne Bobmannschaft

Du bist ein Kind der 90er, denn dort hast du die Hochblüte deiner Kindheit erlebt: Kindergarten, Volksschule, Hauptschule – kurzum, das sorgenfreie Leben. Du hast verschiedene Trendsportarten kommen und gehen sehen, das Rollerskaten, das Skateboarden und seit Cool Runnings auch das winterliche Bobfahren. Höchste Zeit also, diese glorreiche Zeit erneut aufleben zu lassen und das österreichische Äquivalent des Bobs in die Hand zu nehmen: die Rodel.

2. Sportlich zeigen

Wir sind uns einig. Auch die Hochblüte deiner sportlichen Leistungsfähigkeit ist längst passé. Das geht nicht nur dir so. Auch deine Freunde klagen heimlich und beim Partner (mittlerweile auch schon beim Ehepartner) über Hüft- und Kreuzprobleme. Aber glücklicherweise sind in Gesellschaft alle noch vital wie eh und je. Grund genug für dich, sich für das Rodeln zu entscheiden. Denn bei dieser Sportart kannst du sitzen und es wird dennoch als Sport bezeichnet.

3. Don’t mess with the Rohrmoos-Liftler

Vermutlich sind deine gesamten Jugendträume wie ein Glas zersplittert und du bist weder Rock- noch Filmstar und auch dein aktueller Job geht dir auf die Nerven. Es gibt weder Risiken noch leichtfertige Mutproben und die jugendlichen Challenges wurden durch monotone Büroarbeiten und langweilige Abende vorm Fernseher ersetzt. Die Liftler teilen dir mit, dass um 23:30 Uhr das Flutlicht fix abgeschaltet wird. Grund genug für dich, Eier (und Eierstöcke) zu zeigen und die romantische Mondscheinfahrt zum bloßen Überlebenskampf ohne Stirnlampe, wie einst mit 20, werden zu lassen.

4. Deine Ski amadé Saisonkarte

Du bist alt und deine Freunde sind alt. Der einzige Vorteil, der sich daraus ergibt, ist, dass ihr euch alle Saisonkarten leisten könnt. Wahrscheinlich hast du sie bis jetzt nur zum Skifahren und Snowboarden verwendet. Höchste Zeit also, sich dem Rodelsport, der seit 1964 olympisch ist, erkenntlich zu zeigen und die Sau raus zu lassen.

5. Die Hochwurzenalm

Bis jetzt bist du möglicherweise erst im Tal in einer Tenne oder Schirmbar versumpft. Die Hochwurzenalm hat jedoch bis 23:30 Uhr geöffnet, jene Zeit, in der sie auch die Flutlichter abschalten, aber das ist dir egal. Die Alm ist rustikal und hat die besten Spareribs in Town und auf dem Mountain sowieso. Du genießt das Ambiente und das Privileg, dass du Geburtstag hast und der eine Freund die Gitarre zückt und mit alten STS-Songs die Hintergrund(volks)musik übertönt. Du zahlst der ganzen Gesellschaft Zirbenschnaps mit Honig und fühlst dich nun ausreichend geölt für die finstere lange Abfahrt und die nächsten zehn Jahre. Keep on rocking und alles Gute!

Wolfgang Posch

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