Digitale Trendsetter

DIGITALER PISTENFLITZER? 

Ich werde echt schnell auf Ski, das war mir bis jetzt gar nicht bewusst. Hoffentlich reicht das kurze Flachstück da unten vor dem Lift zum Bremsen? Muss es, denn 55 km/h zeigt meine superintelligente Skibrille schon an und lässt die Anzeige warnend rot aufleuchten. Ich komme noch fast auf 60 km/h und das Abbremsen geht sich easy aus. Der Schnee staubt zwar, ich schwinge ab, atme ein paar Mal tief durch. Ausruhen kann ich mich im Sessellift. Ein cooles Teil, diese Smart Ski Goggle denk ich mir, oder eben Datenskibrille für den Deutschsprachigen. Ich hab sie mir erstmal bei einem der vielen Intersport RENT in Ski amadé um € 19,- pro Tag ausgeliehen. Vielleicht überzeugt Sie mich ja so sehr, dass ich ohne Sie gar nicht mehr auf die Piste will und ich kauf mir eine :)

Als ich am Skilift anstehe, tippe ich eifrig am Handgelenk herum, über der Skijacke, worüber ich die einfache Steuerung, wie eine Uhr mit nur vier großen Tasten, festgemacht habe. Neugierig beobachtet mich ein Liftwart dabei, wie ich gerade den nächsten Punkt einstelle den ich ansteuern will. „Ist das die neue Internetbrille? Ist das was G’scheites“ fragt er mich in urig österreichischem Dialekt. „Die Datenskibrille“ korrigiere ich ihn bedeutungsschwanger, „Ja ist schon lustig damit skizufahren“ und grinse ihn an, ein bisschen stolz, dass ich mich schon so damit auskenne. „Die werde ich mir jetzt dann auch mal leihen“ meint er, „Man muss ja mit dem Trend gehen.“, lacht und winkt mir noch nach als ich im Liftsessel sitze. Die Zeiten haben sich wohl geändert.

Heute läuft man, um die Strecke auf Facebook zu posten, fährt Rad, um die abgestrampelten Höhenmeter zu messen, und natürlich macht diese Gewohnheit auch vor dem Skifahren nicht halt. Wer beim Skifahren oder Snowboarden sofort wissen will, wie schnell er fährt, in welche Himmelsrichtung er gerade blickt, wie das Wetter drei Berge entfernt am Nachmittagsein wird, oder wo diese eine Hütte liegt, die einem empfohlen wurde, der erhält nun das richtige Werkzeug dafür. Neben dem WLAN-Netz, das mehr als 400 Hotspots an Liftstationen und Hütten umfasst, ist die Datenskibrille also der nächste Schritt hin zu einem Cyber-Winterurlaub. In der Praxis erweist sich mir die Datenskibrille als hilfreiches Zusatzgerät, das Informationen gut sichtbar macht und sich leicht bedienen lässt.

Während der Fahrt konzentriere ich mich aber besser auf die Piste. Man gewöhnt sich überraschend schnell daran, sich von dem kleinen „Bildschirm“ im rechten unteren Winkel der Brille nicht ablenken zu lassen. Eh klar, beim Autofahren schau ich ja auch auf die Straße und nicht nur aufs Navi. Sobald ich schneller als 20 km/h werde, und das geht schneller als gedacht, zeigt das Display aus Sicherheitsgründen keine Navigation mehr an, sondern nur noch die Geschwindigkeit. Neue Features sind auch schon geladen. Der Kalorienzähler zum Beispiel, damit ich mir den Kaiserschmarren später schmecken lassen kann.

Na dann, wohl bekomm’s!

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