Magdalena Putz

Sicheres Wandern – Ausrüstung statt Bergrettung

Stell dir mal folgendes vor: Du planst deine Route, schaust auf den Wetterbericht, packst zeitig deine Sachen und genug zu trinken ein und bei Sonnenaufgang geht’s dann los.

Nach drei Stunden Aufstieg inmitten eines wunderbaren Berg-Panoramas...

...fühlst du dich befreit und du weißt – zum Gipfel ist es jetzt nicht mehr weit. Oben angekommen, ist erst einmal durchatmen, genießen und jausnen an der Reihe, bevor du wieder ins Tal hinabsteigst. Und dann siehst du sie – in Turnschuhen und Sandaletten kommen sie zwischen den Latschen hervor, bereit sich die goldene „Wanderwade“ zu verdienen. Im Geiste hörst du schon die Rotoren der Rettungshubschrauber, siehst die Stirnlampen der Bergretter, die ihr Leben riskieren müssen um verirrte Menschen vom Berg zu holen.

Ein übertriebenes Szenario?

Meiner Erfahrung nach leider nicht. Als motivierte und routinierte Berggeherin kann ich das einfach nicht verstehen – obwohl ich raues Gelände, Bergwetter und anstrengende Aufstiege gewohnt bin, bereite ich mich für JEDE (!) Bergtour (und sei sie noch so gemütlich) akribisch vor. Unterwegs sehe ich aus als, würde ich den Mount Everest besteigen und dann kommen mir Menschen auf mehrstündigen Bergtouren entgegen, die kaum Schuhe an den Füßen tragen. Der Nutzen von Trinkwasser und Kondition werden auch gekonnt übersehen und als Krönung – sie kennen oft nicht mal den Weg! Eine ernstzunehmende Gefahr, die viele nicht am Schirm haben.

Wenn der Berg unterschätzt wird, müssen immer wieder tapfere Bergretter nachts bei Wind und Wetter ausrücken um verirrte, erschöpfte Menschen zu suchen. Sie riskieren damit ihr Leben, um das einer Person zu retten, die sich nicht genug auf eine Bergtour vorbereitet hat. Oftmals wäre das gar nicht notwendig, wenn sich jeder und jede an die paar Regeln halten würde, die am Berg gelten. Ich sag Schluss damit! Preparation is the key!

Magdalena Putz

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