Toni Höllwart

Ein kleines Freestyle 1x1

Der Freestyle Sport hat über die letzten Jahre, besonders bei jüngeren Schneesport begeisterten, sehr an Popularität dazu gewonnen. Zu einem großen Teil liegt das bestimmt auch daran, dass er für einen coolen Lifestyle steht, der auf Instagram & Co. großen Zuspruch garantiert. In Ski amadé finden Parkenthusiasten eine einzigartig riesige Auswahl an Snowparks aller Schwierigkeitsgrade und Größen vor. Einige davon sind auch zur beliebten Trainingsstätte von Profisportlern geworden, während sie gleichzeitig für Beginner und Fortgeschrittenen ein sicheres und herausforderndes Umfeld bieten um ihre „Skills“ weiterzuentwickeln. Doch tut sich der eine oder andere immer noch recht schwer, diese Fremdsprache zu verstehen, die Freestyler am Berg so von sich geben. Daher haben wir für euch ein kleines Freestyle 1x1 zusammenerstellt. Damit ihr das nächste Mal am Berg auch cool genug rüberkommt 😉

Locals: Die Einheimischen. Sie kennen sich wohl am aller besten im Gebiet aus, kennen alle Lines und wissen welcher Event als nächstes ansteht. Daher ist es immer gut, ein bisschen mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Shredden: Shredden = snowboarden / skifahren
Cooler Ausdruck „geh ma shredden“ z.B. = lass uns fahren gehen

Obstacles: Die unterschiedlichen Hindernisse (=Obstacles) im Snowpark lassen sich in vier grobe Hauptkategorien unterteilen: Jibs, Jumps, Pipes und Kicker. Es gibt darüber hinaus noch sehr spezielle Elemente wie Hips, Spines oder Urban Features.

Jumps: Es geht darum, über verschiedene Vorrichtungen eine Vielzahl von Sprüngen auszuführen

Kicker: So wird in der Regel eine Schanze bezeichnet. Ganz egal ob groß oder klein.

Jibs: Befestigungen unterschiedlicher Länge und Breite. Auf diesen Oberflächen kann man verschiedene Tricks wie Drehungen oder eine Rückwärts-Abfahrt ausführen. Zu den bekanntesten Jibs gehören zum Beispiel die Rails, Boxen, Tabletops oder Wall Rides.

Rails: Ist abgeleitet vom engl. Handrail, also Geländer. Das sind die Eisenstangen, über die mit den Skiern oder Board „geslidet“ wird.

Boxen: Sind den Rails ähnlich, aber etwas breiter gebaut und eignen sich daher etwas besser für Anfänger.

Pipes: Man unterscheidet zwischen Half-Pipes und Quarter-Pipes. Die Half-Pipes sind wie ein „U“ im Hang angelegt und haben an beiden oberen Enden breite Oberflächen, auf denen man landen kann, sogenannte Lips. Die Quarter-Pipes dagegen sind vertikal ausgelegt, sodass man von der Lip aufrecht in die Höhe springt, hier Tricks machen kann und schließlich wieder auf der gleichen Lip landet.

Abb. – Die Halfpipe wird beim modernen Freestyle intern gerne als die Königsdiziplin genannt. So sollte ein Indygrab in der Pipe aussehen. Boarder: Thomas Minichberger

Grabs: Sprünge in der Luft werden in den meisten Fällen mit Grabs ausgeführt. Hier versucht man in der Luft mit den Händen an die Skier oder das Board zu greifen. Es gibt viele verschiedene Arten zu graben. Beim Nosegrab zum Bespiel versucht man die Spitze des Ski/Board (die Nose) zu erreichen, beim Tailgrab dagegen das hintere Ende.

Abb. – Es sind auch double Grabs möglich. Beim „Venom“ Grab werden die Skier überkreuzt und an der Vorderseite gegrabt. Skier: Toni Höllwart

Tricks: 

  • one-eighty = halbe Drehung (180 Grad)
  • three-sixty = komplette Drehung (360 Grad)
  • five-fourty = anderthalbe Drehung (540 Grad)

Und es geht sogar noch mehr… :D 

Bail: Ist ein Sturz auf einem Kicker oder Rail, bei dem sich aber nicht ernsthaft verletzt wird. Autschi…

Stompt: Wenn der Trick schön gelandet wurde.

Switch: Bedeutet bei den Skifahrern rückwärts, also verkehrt den Hang runter.
Bei den Snowboardern bedeutet es den schwierigeren Fuß vorne zu haben.

Cork/Double Cork: Bedeutet, dass man sich schräg oder kopfüber in der Luft befindet und um die eigene Achse dreht. Bei einer doppelten Ausführung bewegt man sich quasi 2-mal über Kopf in der Luft.

Und um das ganze abzurunden, hier noch ein bisschen Fach-Jargon aus dem Freeride-Bereich (Tiefschnee fahren):

Backcountry: ein anderer Begriff für Fahren im freien Gelände bzw. Variantenfahren, oder off-piste-Fahren. Damit wird Skifahren und Snowboarden durch unberührten Schnee abseits der markierten und kontrollierten Skipisten bezeichnet.

Powder: Frisch gefallener Tiefschnee

Lines: Sind Spuren, die man nach fahren des Hanges sehen kann. Vom Fuße des Berges oft ein sehr schöner Anblick.

Sharks: Sind Felsen oder Steine die leicht vom Neuschnee überdeckt sind und daher nicht sichtbar. Wenn ihr euch fragt, wo den jetzt die Kratzer in eurem Belag herkommen - das war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Shark.

LVS Gerät: Lawinenverschüttungsgerät. Ohne LVS Gerät und Lawinenrucksack bitte niiiieeemals ins Gelände gehen. Da gibt’s für Locals und Pros und alle die sich damit auskennen keine Diskussion.

Lawinenwarnstufe: Sollte auf jeden Fall jedes Mal bevor man sich in den Tiefschnee begibt gecheckt werden, um bösen Überraschungen aus dem Weg zu gehen.

Ganz egal ob Park oder Powder, respektiert eure Grenzen und begebt euch nicht in unnötige Gefahr. Jeder hat mal klein angefangen also Step by Step. Also Helm aufsetzen und viel Spaß beim Shredden am Berg.

Abb. – Oldschool Freeride pur. Heute undenkbar – Protektoren und Helm waren damals noch ein Fremdwort. 

Toni Höllwart

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