Jounes Weidacher

Augen auf, Ohren auf…!

Wenn ich so an unseren Nachwuchs denke, bin ich schon unglaublich froh, dass das mit der Skisaison heuer nicht „in den Schnee“ gefallen ist. Zwar sind wir ohnedies absolut privilegiert, in so einer wunderschönen Gegend, mit derart traumhafter Bergwelt zu wohnen und andererseits, auch noch Kinder zu haben, die sich gern draußen bewegen.

Ein netter Skivor- oder -nachmittag mit den Kids und Aufstiegshilfe ist natürlich nicht zu verachten und erleichtert so manche Lockdown Tage immens. Heuer, muss man ehrlicherweise sagen, ist für mich – und auch vielen anderen Elternteilen – das sehr wichtige Thema „Sicherheit“ gar nicht sooo relevant wie sonst. Durch diverse Maßnahmen und Lockdowns in ganz Europa, befinden sich auf unseren Pisten viel weniger Skifahrer und Snowboarder als üblich. 

Je weniger Menschen auf der Strecke sind, umso weniger passiert einfach auch und daher gestaltet sich der Freizeitspaß heuer um einiges entspannter, vor allem wenn man sich in den großen Skigebieten der Ski amadé, wo sich sonst tausende Skifahrer tummeln, bewegt.
 
Wie bereits der Titel verrät und jedem, dem der gute alte Helmi noch ein Begriff ist, gleich klar sein wird, geht es im heutigen Blog um Sicherheit auf der Piste und darum seine Sinne einzusetzen um mögliche Gefahrenquellen zeitnah zu erkennen und rechtzeitig richtig zu reagieren.

Augen auf!

Die derzeitige Situation gibt einem die Möglichkeit, quasi im Trockentraining, mit den Kids diverse Szenarien durchzugehen und auf Gefahren hinzuweisen bzw. gewisse Verhaltensregeln zu trainieren. Was praktisch ist, dass man den Kindern in der jetzigen Situation mehr freie Hand geben kann und sie viel aktiver mitmachen bzw. auch einmal das Ruder übernehmen können.

In der Gruppe unterwegs zu sein, bedeutet immer einen Sammelpunkt bzw. Zielpunkt und ein Schlusslicht zu vereinbaren und Pisten zu wählen die, vom Schwierigkeitsgrad, für alle in der Gruppe gut schaffbar sind. Es gibt den Kindern, vor allem in einem Gebiet, dass sie noch nicht so gut kennen, Sicherheit, wenn man einen Punkt zum Treffen vereinbart den sie sehen können. Das bedeutet für sie, dass sie bis zu diesem Punkt Spaß haben können, ohne sich Sorgen machen zu müssen wo es weiter hingeht.

Das „Schlusslicht“, also der/die letzte FahrerIn sollte immer jemand sein, den es nicht stört hinter der Gruppe nachzufahren und der aber auch die Fahrer vor ihm im Blick hat um bei einem möglichen Sturz, stehenzubleiben und helfen zu können. Und hier meine ich nicht sofort Erste Hilfe Maßnahmen, sondern einfach Dinge wie, den verlorenen Skistock aufzusammeln, das absichern der Sturzstelle vor nachkommenden Sportlern oder das Hineinhelfen in den verlorenen Ski und wenn nötig tröstende und beruhigende Worte einer vertrauten Person, die alles meist halb so schlimm machen.
 

Stopp, aber darunter!


Beim Anhalten am Sammelpunkt kann man mit den Kindern gleich weiterüben. Nämlich das Anhalten am Rand der Piste stattfinden sollte und, dass man nacheinander und vor allem untereinander stehenbleibt um nicht bei einem missglückten Haltemanöver oder einer eisigen Stelle die gesamte stehende Gruppe abzuräumen und Verletzungen zu riskieren.

Solche Dinge lassen sich mit den Kleinen super Üben indem man z.B. ein Rollenspiel versucht. Die Kids sind die Skilehrer, fahren vor und bestimmen die Sammelpunkte und kontrollieren ob beim Sammelpunkt jeder richtig und sicher stehenbleibt.
 

Ohren auf!

Vor dem neuerlichen Losfahren ist es sehr wichtig einen Blick nach oben (Richtung Pistenstart) zu werfen. Nachkommende Skifahrer können so nicht übersehen und eine Kollision vermieden werden. Um spielerisch auf die Wichtigkeit des Gehörs beim Skifahren hinzuweisen, kann man während einer Fahrt mit dem Sessel- oder Schlepplift vereinbaren, am Gipfel zusammen aufzuzählen, welche Geräusche die Kids während der Liftfahrt so gehört haben.

Im Vergleich dazu sollen sie einmal während der Fahrt versuchen etwas akustisch wahrzunehmen. Sie bemerken sofort den Vergleich und lernen, dass es während der Fahrt, durch den Helm, viel schwieriger ist. Umso wichtiger ist der Rundumblick, also das gelegentliche Umsehen, während der Fahrt, um Gefahren und Risiken rechtzeitig zu entdecken.

Helmi ist da!

Für die Kinder ist es immens wichtig, dass die Elternteile oder sonstige erwachsene Begleitpersonen, ihre Eindrücke der Umgebung auch mit den Kindern teilen. Denn in der Bergwelt lauern auch andere, nicht zu unterschätzende, Gefahren als Zusammenstöße oder Stürze auf der Piste. Und wenn am Ende des Tages noch ein wenig Zeit und Motivation bleibt...Kinder lieben Spiele mit dem Lawinenpieps (LVS Gerät). Es geht ganz einfach. Man benötigt nur zwei Pieps. Einer davon wird irgendwo im Schnee vergraben, den anderen bekommen die Kids. Nun geht des darum den „verschütteten Pieps“ zu finden und mit einer Lawinenschaufel zu bergen. Eine weitere spaßige Schulung der visuellen und akustischen Wahrnehmung und übrigens auch ein tolles Spiel, wenn Kids in einer Gruppe sind oder sich bei einer winterlichen Geburtstagsfeier als Schatzsucher versuchen dürfen.

In diesem Sinne, … fröhliche Skitage und fleißig üben ?
 

Jounes Weidacher

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