Judith Schmuck

Großvati, Großvati ... es hat geschneit!!

Er ist da. The eagle has landed. Touch-down. Happy landing. Rund um die Ski amadé flattert er vom Himmel. Unser Schnee! Endlich. Großartig! Juchhe! Jedes Jahr wird das Warten auf die weiße Pracht ein kleines bisschen härter. Denn jedes Jahr stehen die Schokoladenweihnachtsmänner um ein paar Tage früher im Supermarkt-Regal und machen uns in Sachen Winter und Weihnachten zum Pawlowschen Hund...

Kinder, packt die Skihose ein, lang kann’s nicht mehr dauern. Dass der Kalender gerade noch  September anzeigt, merkt man daran, dass das örtliche Schwimmbad seinen letzten Badetag in der Regionalzeitung ankündigt. Na gut, ein bisschen Geduld braucht es noch.

Jetzt ist es aber bald so weit. Nicht nur die Lebkuchenmaschinerie steckt schon längst ist den Startschuhen, auch die Schneemaschinerie, mit der die Wintersportregion Ski amadé seit Jahren gut gerüstet ist, wird bei den ersten Minusgraden angeworfen, um die perfekte Grundlage für den bevorstehenden Saisonbetrieb zu garantieren. Hier hat niemand Angst vor Technik, wieso auch, sie ermöglicht auch in schneeärmeren Zeiten das, was Millionen Herzen höher schlagen und Frischluftgesichter frisch aussehen lässt!

Bis zu diesem Moment habe ich mich noch nie gefragt, wer Schneekanonen eigentlich erfunden hat und seit wann sie den Wintersportregionen zur Planbarkeit der Saisontage dienlich sind. Wie die meisten Menschen nehme ich viele Dinge selbstverständlich und denke nicht viel darüber nach, was eigentlich dahinter steckt. Hier ein kleiner Ausflug in die Geschichte und Erfinderwelt der Schneekanonen:

Die Schneekanone ist den Menschen „irgendwie passiert“. Bereits Ende der 1940er Jahr wollte ein kanadisches Forscherteam die Vereisung von Düsentriebwerken von Flugzeugen testen und versprühte in einem Windkanal bei tiefen Temperaturen Wasser. Bei diesem Experiment entstand unerwünscht eine Portion Schnee. Die Idee war geboren! Es dauert aber noch weitere zehn Jahre, bis drei Mitarbeiter des amerikanischen Ski-Herstellers Tey-Manufacturing die erste Druckluftschneekanone entwickelten und 1954 schließlich patentieren ließen. Der Grund für ihren Eifer waren einige schneelose Winter. Nach Patentrechtsstreiten und Weiterentwicklungen auf dem Sektor wurden im Abstand von je einem Jahrzehnt Propellerschneekanonen und in den 70er-Jahren Lanzensysteme entwickelt, die mehr und mehr zum Einsatz kamen. Das tun sie heute noch.

Wer also glaubt, früher war alles besser, weil es auch jeden Winter ordentlich schneite und es keine Menschenhand benötigte, um die Pisten Ski-fit zu halten, täuscht sich. Auch wenn die Dimensionen gewachsen sind, weil es im Vergleich zu früher unzählige Liftanlagen und Skigebiete mehr gibt, ist der Kunstschnee-Trick ein ziemlich alter Hut! Beinahe Schnee von gestern.

Sage und schreibe 4.000 Kanonen können im Ernstfall über 90 % aller Abfahrten der Ski amadé mit Kunstschnee beschneien. Übrigens mit reinem Wasser und Luft nach österreichischem Reinheitsgebot. Das ist ganz schön viel Munition, die da verschossen werden kann. Ein Wilder Weißer Westen. Peng. Da bekommt das Schussfahren plötzlich eine ganz andere Bedeutung!

Ein Hoch auf die Technik! Nichtsdestotrotz, liebe Frau Holle, lass es dieses Jahr wieder ordentlich schneien – weil den richtig guten Pow kriegst nur du alleine hin.

Judith Schmuck

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