Judith Schmuck

America first – but… Filzmoos second?

Dass nach Amerika auf Rang Eins in der Welt lange einmal nichts kommt und der Kampf um Platz Zwei in Europa und der Welt noch nicht bis zum bitteren Ende ausgetrage ist, zeigen uns Facebook und Co. jeden Tag wieder.

Auch wenn es fast schon ein bisschen ein abgedroschenes Thema ist, lache ich immer noch über die Versuche von Holland, Dänemark, Deutschland und allen anderen Ländern, sich im Wettrennen mit den USA die Silbermedaille zu holen. Die österreichischen Ski-Asse haben bei der WM in St. Moritz kürzlich bewiesen, dass es durchaus Austria second UND Austria first heißen kann, und eine original Filzmooserin, Michaela Kirchgasser, hat uns auch noch Austria third reserviert.

Seit Jahren war ich nicht mehr in Filzmoos in Ski amadé. Ich kann gar nicht genau sagen, warum. Die Erinnerungen an die Kindheit und meine Eltern im Wohnmobil samt Hund und gekochtem Mittagessen, als wir im Winter gleich nach der Schule sofort in eines der vielen Ski amadé Gebiete aufgebrochen sind, sind nämlich nur gute. Vor allem die Tage in Filzmoos waren immer besonders. Heute, fast 25 Jahre später, denke ich plötzlich an die Papageno-Bahn und das Skigebiet-Kleinod am Fuße des Dachsteins. Dort musste ich wieder hin.

In den 90ern hieß der Slogan „Filzmoos – Pferdefeuer“. Lange habe ich als Teenager gebraucht, um zu verstehen, dass damit der Roßbrand gemeint war, der 1.758 m hohe Hausberg von Radstadt und Filzmoos, auf dem sich die schneesichere Papageno-Höhenloipe samt traumhafter Rundsicht über die Bergwelt schlängelt. Also nicht nur ein Paradies für Skifahrer sondern auch für Langläufer und Spazierengeher. Heute hat sich der Slogan zu etwas viel leichter Verständlichem verwandelt. „Mein schönster Platz“ – und das kann ich als Naturliebhaber und Kleinod-Fan wieder einmal nur bestätigen.

Skiurlaub in Filzmoos ist ideal für Kinder, Anfänger und Wiedereinsteiger. Das Familienskigebiet ist überschaubar, es herrscht kein Gedränge an den Liftkassen und es zeichnet sich durch viel Platz auf den Pisten und somit viel Sicherheit für Kinder und Anfänger aus. An den Liften muss man nicht warten und Parken ist kein „Wie-krieg-ich-den-SUV-in-eine-Lücke-für-einen-Mini“-Spiel.

Auf der Michaela Kirchgasser FIS-Strecke beim Großberglift sind Riesenslalom-Tore gesteckt und für die Ambitionierteren unter uns steht einem Rennen nichts im Weg. Wer beweisen will, dass auch er das Zeug zum Weltmeister hat, kommt zumindest in seiner Phantasie auf seine Kosten.

Apropos Kosten. Beim Essen hat sich Filzmoos mit seiner Johanna Maier in der ganzen Welt einen Namen gemacht. Statt Helm trägt diese Hauben, und zwar gleich drei auf einmal, und leitet direkt im Ort ein der modernsten Kochschulen. Wer sich also am Bergpanorama schon satt gesehen hat, kann ohne weiteres Skistöcke gegen Messer und Gabel tauschen und sich an Johanna Maiers Köstlichkeiten satt essen.

Filzmoos hat noch mehr auf Lager! Ein voller Veranstaltungskalender, im Winter wie auch im Sommer, sorgt für Wow-Momente und Unterhaltung für alle Geschmacksrichtungen. Die Filzmooser Ballonfahrten sind legendär, und auch nächstes Jahr im Januar (ja, man kann sich tatsächlich auch jetzt schon wieder auf den nächsten Winter freuen!) glühen die Heißluftballone wieder durch die kalte Winternacht über den dunklen Horizont.

Bald klopft allerdings schon der Frühling an und Sonnenskilauf steht auf dem Programm. Filzmoos steht ganz oben auf meiner Liste mit Tipps für einen Skitrip, um die Gesichtsfarbe etwas aufzubessern. Small is really beautiful!

Und nun der Klassiker: We know that from now on it’s: America first. But, Mr. President, can we make Filzmoos second?

Thank you.

Judith Schmuck

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